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    10 Jahre Pfarrei St. Johannes Baptist in Breitbrunn

    Von rk | 7.Februar 2010

    Am Sonntag den 7. Februar feierten wir mit einem Festgottesdienst “10 Jahre Pfarrei St. Johannes Baptist in Breitbrunn”.

    Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet von Anette Bode, Michaela Lindig, Peter Gruber und Annegret Stelzenmüller.

    Festvortrag anlässlich des Festgottesdienstes zum 10-jährigen Jubiläum der Erhebung der Filialkirchengemeinde Breitbrunn zur Pfarrei

    Verehrte, liebe Leut,

    anlässlich der Weihe dieser Kirche im Jahre 1971 wurde durch den Pfarrgemeinderat eine Festschrift gestaltet. Prof. Denzler hatte damals dafür einen geschichtlichen Beitrag erarbeitet. Frau Creszenzia Breitenberger, unserer „aller” Tante, in einem kleinen Büchlein ihr Wissen über ihren Heimatort Breitbrunn zusammengetragen und uns für die Zukunft gesichert. Viel von dem was wir über die Kirchengemeinde Breitbrunn wissen, kommt aus den beiden Beiträgen.

    Dass der Bischof Hartmann von Augsburg am 11. September 1268 das Patronatsrecht der Kirche in Breitbrunn an das Stift Dießen geschenkt hat,
    dass die Seelsorge damals aber nicht durch Patres aus Dießen durchgeführt wurde, sondern durch einen Vikar, den der Bischof eingesetzt hatte,
    dass das Wort „Ecclesia” verwendet wurde, das damals für eine Pfarrkirche üblich war,
    dass der Name „Johannes der Täufer” der Patron der Breitbrunner Kirche, auf eine Taufkirche hinweist, die in der Regel auch eine Pfarrkirche war,
    dass die Breitbrunner in späteren Jahrhunderten immer wieder pfarrliche Rechte, wie Taufe, Trauung und Beerdigungen mit Erfolg geltend gemacht haben,
    all das genannte deutet darauf, dass Breitbrunn im Hochmittelalter Pfarrei war.

    Es ist dokumentiert, dass im Dekanat Oberalting von den 25 Pfarreien, die im 16. Jahrhundert vorhanden waren, 6 zu Filialen wurden.
    Der Wandel von Pfarreien zu Filialen ist also nicht ausgeschlossen. Klarer oder ganz sicher wissen wir, dass Breitbrunn 1489 Filiale der Pfarrei Frieding wurde, dann 1738 Obertalting und ab dem 11. Februar 1761 der Pfarrei Hechendorf unterstand.
    Und das bis zum Jahre 1999.

    Anlässlich der nahezu gleichzeitigen Abgänge der Pfarrer von Hechendorf und Oberalting wurde Breitbrunn als Filiale nun der Pfarrei Herrsching angeschlossen.
    In den Überlegungen für die zukünftigen Pfarreigemeinschaften war dieser Weg durch frühere Beschlüsse vorgegeben, Aber bis zum jetzigen Zeitpunkt war manches ungewiss. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Pfarrgemeinderäte von Oberalting, Hechendorf und Breitbrunn, wurde dem anwesenden bischöflichen Personalreferenten Heigl aus Augsburg von uns vorgetragen, dass es eine Pfarrgemeinschaft Herrsching doch wohl nur geben könne, wenn Breitbrunn eine Pfarrei wäre. Herr Heigl hat diesen Gedanken wohlwollend nach Augsburg mitgenommen und letztlich wurde die Filialkirchengemeinde Breitbrunn am 1. -Februar anno Domini 2000 zur Pfarrei erhoben.
    Dank unserem Pfarrgemeinderat für die Unterstützung, Dank an Bischof Viktor Josef, der die Urkunde unterzeichnet hat, Dank an Herrn Heigl, Herrn Pfarrer Rottach aus Herrsching und Herrn Scherer, der vor etwa 30 Jahren als Hechendorfer Pfarrer die Geburt eines eigentlich nicht erlaubten Pfarrgemeinderates in Breitbrunn durch furchtlose Unterstützung gefördert hatte.
    Als sich in diesem Jahr die Möglichkeit, dass Breitbrunn Pfarrei wird, herumgesprochen hatte, hörte man das mit Erstaunen, aber vor allem mit Desinteresse. Wen interessiert es in der heutigen Zeit, ob Breitbrunn eine Filiale oder eine Pfarrei ist? Einen Pfarrer bekommen wir
    sowieso nicht!
    Ich meine, wir sollten uns einen oder mehrere Gedanken leisten darüber.
    1978 hat die Gemeinde Breitbrunn die politische Selbstständigkeit verloren. Die geografische Selbstständigkeit bleibt uns also als Heimatort erhalten, mit dem man sich identifizieren kann.
    Dazu reicht uns aber nicht eine Wohnsiedlung, ein Schlafgebilde.
    Dass wir eben Ort oder Dorf bleiben, hängt davon ab, wie und was darüber hinaus passiert oder geschieht.
    Man braucht Betriebe, auch landwirtschaftliche, Läden, Institutionen wie das Kloster, Vereine und eben auch die Kirche. Wenn es nicht mehr möglich wäre, mehr als übliche Straßenfeste zu organisieren, wäre es schade für einen Ort.
    Der Ort braucht Gemeinschaft über Personen, die sich engagieren, genauso wie Leute, die einfach dabei sind, man braucht die, die reden und die über die man redet, man braucht die Beständigkeit an Personen, die man kennt, mit ihren Schwächen und auch mit ihrer Zuverlässigkeit, auch die Beständigkeit des Ortsbildes, mit all den Gebäuden und all den Bildern, die sich eingeprägt haben im Lauf der Zeit, bei denen man nicht extra hinschauen muss – man kennt sie eben oder meint sie zu kennen.
    Man braucht auch die Veränderung, nur eben mit Maß, damit der örtliche Mensch immer noch einen Großteil dessen findet, was er in seinen Gehirnwindungen gespeichert hat.

    Was wäre Breitbrunn ohne den Kindergarten, eine caritativ – kirchliche Institution, die in und von Breitbrunnern geleitet wird, eine wunderbare Sache, in dem junge Familien Dienste an den Kindern erfahren und die oft die erste Gemeinsamkeit in dem Ort finden.
    Was wäre Breitbrunn ohne Sportverein, ohne Trachtenverein, Obst- und Gartenverein, dem Seglerverein, der Schützenvereinigung oder der Feuerwehr und all den weiteren kleinen Vereinen …

    Und eben die Kirche mit ihren Gebäuden und den Personen, die sich engagieren und die das kirchliche Leben mit ihrer Anwesenheit und Mitarbeit tragen.
    In der Zeit, in der insgesamt, glaube ich, 4 Pfarrer in Herrsching tätig waren, wirkten etwa 25 Pfarrer, Priester, Patres in Breitbrunn: Pfarrer aus Hechendorf, Patres aus St. Ottilien und Salesianer aus München, Kirchenhistoriker, Prof, Dr. Denzler, Geistliche vom örtlichen Kloster.
    Priester sind gekommen und gegangen, geblieben ist die christliche Gemeinde. Wahrscheinlich aufgrund dieser Situation und dass Breitbrunn als eigener Ort Filiale war, wurde immer ein Maß in eigener Verantwortung getragen.
    In den vergangenen Jahrhunderten kann man beobachten, dass sich die Breitbrunner immer um die seelsorgerischen Belange gekümmert, diese bezahlt und um sie gestritten haben. Sie haben sich eingesetzt, dass die Pfarrer aus den jeweiligen Pfarreien zu bestimmten Tagen nach Breitbrunn gekommen sind, was zu damaligen Zeiten ohne befestigte Straßen und ohne Autos sicher nicht einfach war.
    Ich denke, dass es wichtig ist, damals wie heute, dass die christlichen Mitbürger die örtliche Kirche tragen, organisieren und mitgestalten.
    Was auch bedeutet, dass die Verbindung der Pfarrei Breitbrunn nicht in einer Richtung festgelegt sein soll, sondern richtig und wichtig ist, alle Gemeinsamkeiten nach allen Richtung zu fördern.

    Wenn wir in einem lebendigen Ort leben möchten, können wir die Erhebung der christlichen Gemeinschaft Breitbrunn zu einer Pfarrei als einen wichtigen Schritt betrachten.
    Wünschen wir dieser Pfarrei eine lebendige Zukunft in der Gemeinschaft mit Herrsching und eingebettet in die umliegenden Gemeinden, von denen wir nehmen und denen wir etwas geben können.

    Von Hans Ulrich Greimel in Breitbrunn am 7. Februar 2010

    Topics: 1. Aus dem Gemeindeleben | Kommentare deaktiviert Artikel PDF Version

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